Ob weltweit gefeierte Meisterinnen und Meister ihres Fachs, Rising Stars oder Nachwuchstalente – das Konzertprogramm 2025/26 der Internationalen Stiftung Mozarteum präsentiert sich gewohnt erstklassig und facettenreich in der Programmgestaltung. Unter der Maxime I am from Salzburg stehen in der kommenden Saison vor allem Künstler:innen im Fokus, die aus Salzburg stammen, in Salzburg leben, künstlerisch in Salzburg groß geworden sind oder im Begriff sind, es zu werden. „Die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler ist uns eine Herzensangelegenheit. Auf dem lateinamerikanischen Kontinent engagieren wir uns, auch dank der Unterstützung der Hilti Foundation, bereits seit Jahren für talentierte Nachwuchsmusiker. Nach dem enormen Erfolg der Veranstaltung I am from Salzburg im Spätherbst 2024, bei der wir heimische Stars von morgen aufs Podium gebeten haben, wollen wir unser Engagement künftig noch stärker auf die Talentschmiede Salzburg konzentrieren“, erklärt Rolando Villazón, der Künstlerische Leiter der Stiftung Mozarteum. Der Salzburg-Bezug zieht sich als roter Faden durch die verschiedenen Konzertformate der neuen Saison mit Klassik pur, Sofa-Konzerten, after work, Museumskonzerten oder Orgel zu Mittag. Die hochkarätige Reihe Meisterkonzerte wird fortgeführt mit Klassik-Stars wie Fazıl Say, Xavier de Maistre oder Sarah Willis, als Salzburg-Zugabe glänzen hier das Hagen Quartett und die junge gefeierte Cellistin Julia Hagen. Und als Premiere für die Stiftung Mozarteum wird das benachbarte Heckentheater im Mirabellgarten mit einem Sommerkonzert bespielt.
LatinoMozart - Der klassisch-feurige Saisonauftakt
Der klassisch-feurige Saisonauftakt hat mit LatinoMozart (14. bis 18. Okt.) schon Tradition. Sarah Willis, die charismatische Hornistin der Berliner Philharmoniker, läutet mit ihrem kubanischen Ensemble Sarahbanda die bereits dritte LatinoMozart-Edition ein und eröffnet die Konzertsaison mit einem Meisterkonzert. Im Verbund mit einer Gruppe der talentiertesten Musiker Kubas kreiert die Starhornistin mit exklusiven Arrangements einiger der bekanntesten kubanischen Lieder und Originalkompositionen der Bandmitglieder einen ganz neuen, mitreißenden Sound, auch der Hausherr – Mozart – mischt mit. Mit ihrem Programm Buenos Aires Today verbindet das Omar Massa Trio in Eigenkompositionen den authentischen Klang seiner Heimatstadt mit der europäischen Kammermusiktradition. Beim Sofa-Konzert Harmonías del Mundo versammeln sich drei junge Nachwuchsensembles mit lateinamerikanischen Wurzeln rund um Moderator Rolando Villazón. Die teils außergewöhnlichen Gruppierungen präsentieren Musik aus ihren Ländern, darunter zwei Uraufführungen, und bringen sie in Einklang mit Mozart. Abgerundet wird LatinoMozart mit einem Latino-Clubbing und Konzerten für Kinder.
Die Meisterkonzerte in Salzburg
Die Meisterkonzerte bringen einen Reigen an weltweit gefeierten Künstlerpersönlichkeiten in den schönsten Saal der Mozart-Stadt. Neben Sarah Willis stehen vier weitere Meisterkonzerte übers Jahr auf dem Spielplan: Unter dem Motto De Maistre & Friends lädt der weltberühmte Harfenist Xavier de Maistre zu einer musikalischen Reise mit einigen Kammermusikpartnern ein; mit von der Partie sind die Flötistin Magali Mosnier, die Kastagnetten-Legende Lucero Tena, Rolando Villazón und ein Programm, das zwischen Bedřich Smetana, Camille Saint-Saëns und Vincenzo Bellini changiert (11. Nov.) Die Salzburger Musikerfamilie Hagen ist in gleich zwei Meisterkonzerten vertreten. Die junge aufstrebende Cellistin Julia Hagen widmet sich mit ihrer Klavierpartnerin Annika Treutler der Celloliteratur großer Komponisten und macht dabei mit Leoš Janáčeks Pohádka auch einen Abstecher in die Welt der Märchen (17. März). Das legendäre Hagen Quartett nimmt mit einem Meisterkonzert nach 45 Jahren weltweit erfolgreicher Karriere seinen Abschied von der Salzburger Bühne (16. Juni) und das mit den beiden letzten Streichquartetten von Franz Schubert, dem Wunschprogramm des Ensembles zu diesem Anlass. Starpianist Fazıl Say fesselt sein Publikum regelmäßig, zuletzt bei der Mozartwoche 2025. Bei seinem Meisterkonzert schlägt er einen spannenden Bogen von Mozarts Klaviersonate mit dem berühmten Alla turca über die Impressionisten Debussy und Ravel bis hin zu einer imposanten Auswahl eigener Kompositionen (19. Mai).
Mozarts berührendes Requiem ist das Hightlight in Salzburg
Ein absolutes „Muss“ im Konzertkalender der Stiftung Mozarteum ist Mozarts berührendes Requiem, das an seinem Todestag am 5. Dezember in einer Starbesetzung mit Christiane Karg, Sophie Koch, Julien Henric, Franz-Josef Selig, dem Bachchor Salzburg und dem Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung seines gefeierten Chefdirigenten Roberto González-Monjas zur Aufführung kommt. Arvo Pärts Cantus in Memory of Benjamin Britten wird dem monumentalen Werk vorangestellt, eine Hommage an den verstorbenen Komponisten, aber auch eine Meditation über den Tod.
Klassik pur steht für große Musik in kleiner Besetzung: Das Simply Quartet stellt sich mit einem klassischen Kammermusikprogramm mit Werken von Mozart, Hugo Wolf und Johannes Brahms ein (28. Okt.). Als einstige ECHO Rising Stars konzertieren die vier Musiker:innen inzwischen in den wichtigsten Konzerthäusern Europas von London über Brüssel bis Amsterdam und geben Gastspiele in Übersee. Beim Busch Trio finden drei Juwelen der Kammermusik zusammen, mit Klaviertrios von Mozart, Schubert und Beethovens Geistertrio (28. April). Mit Scherzo! erwartet das Publikum einer der ulkigsten und ungewöhnlichsten Konzertabende der Spielzeit. Das heimische Ensemble BachWerkVokal Salzburg unter Gordon Safari kredenzt vergnüglich-ergötzende Musik von Johann Valentin Rathgeber über Joseph Haydn und Antonio Vivaldi bis hin zu Johann Sebastian Bach und Mozart (26. Mai). Die Salzburger Formation ist übrigens Featured Artist der Saison 2025/26 von Mozarts Welt, dem Kulturvermittlungsprogramm der Stiftung Mozarteum.
In lockerer Atmosphäre laden die after work-Konzerte dazu ein, bei geöffneter Bar und im Bistro-Ambiente ein rund einstündiges Konzert ohne Pause zu genießen – in ungewöhnlichen Besetzungen und mit packenden Crossover-Programmen. Das Sestak Trio bewegt sich mit jugendlicher Spielfreude und Charme zwischen Jazz, Klassik, Pop, Blues und Funk und verbindet die Genres humorvoll, ohne sich dabei zu ernst zu nehmen (27. Nov.). Bach & Bosnisch – beim Duo GürtlerHuber ist der Name Programm: Bach’sche Solosonaten treffen auf die bosnische Sevdalinka (12. März).
In den Sofa-Konzerten erzählen die Musiker:innen zwischen den Stücken, wie sie zur Musik kamen, was sie bei ihren Auftritten bewegt und auch die eine oder andere Anekdote. Moderiert werden die Konzerte vom Künstlerischen Leiter persönlich – Rolando Villazón. Das Sofa-Konzert I am from Salzburg setzt das Motto der Konzertsaison perfekt um: dem Publikum hochtalentierte heimische Künstler:innen vorzustellen, die in verschiedenen Formationen, teilweise mit eigenen Werken, auf der Bühne stehen (21. April). Das Sofa-Konzert Bruderherz, Schwesterherz schlägt in dieselbe Kerbe: Drei bereits mit etlichen Preisen ausgezeichnete Geschwisterpaare, die im Begriff sind, sich eine blühende Karriere aufzubauen, geben einen Einblick in die erstaunliche heimische Nachwuchsszene (5. Mai).
Das Museumskonzert im Tanzmeistersaal im Mozart-Wohnhaus, dem Salon der Familie Mozart, stellt Alte Musik mit historischen Instrumenten in den Fokus, die nicht alle Tage in Konzerten zu erleben sind. Mit ihrem Programm Und es ward Licht nehmen das Ensemble Astrum, rund um den mehrfach ausgezeichneten Salzburger Blockflötisten Felix Gutschi, das Publikum mit auf einen gefühlstiefen Streifzug durch Renaissance, Barock und Frühklassik (16. Dez.).
Die Sommerkonzerte in Salzburg
Mit dem Sommerkonzert lädt die Stiftung Mozarteum zum Open Air-Vergnügen ins benachbarte Heckentheater im barocken Mirabellgarten. In dieser naturnahen Atmosphäre trifft das Holzbläserquintett des Musik Ensemble Salzburg unter der Leitung von Martin A. Fuchsberger mit klassischen Tänzen und Serenaden auf das austrian female brass quintet quinTTTonic, das beschwingte Arrangements von Johann Strauss bis Max Raabe im Gepäck hat (11. Juni).
In der vergangenen Saison hat sich das Konzertformat Orgel zu Mittag zu einem Dauerbrenner entwickelt. An ausgewählten Dienstagen lädt die Stiftung Mozarteum Salzburg-Besucher:innen und Einheimische zu halbstündigen Konzerten auf der Propter Homines Orgel bei freiem Eintritt in den Großen Saal ein. Highlight in diesem Konzert-Reigen ist Orgel zu Halloween mit dem Salzburger Orgel-Großmeister Hannfried Lucke (31. Okt.). Das altehrwürdige Mozarteum wartet mit einem schaurigen Orgel-Special zu Mitternacht und einem Clubbing auf.