Die Wilde Jagd

Im Gebiet des Untersbergs im südlichen Nahgebiet der Stadt Salzburg fegt am zweiten Donnerstag im Advent die „Wilde Jagd“ über die verschneiten Felder. Die „Haberngoas“, die „Hex“, der „Bär“ und andere vermummte Gestalten ziehen johlend und unter lautem Getöse von Bauernhof zu Bauernhof. Dort klopften sie an die Fenster und rufen den Hausleuten zu: „Glück hinein, Unglück heraus, es geht das Wilde Gjoad ums Haus“.
Zum Höhepunkt des Besuches bilden die Masken einen Kreis. Nach der „Perchtenmusik“, gespielt mit sogenannten „Schwegelpfeifen“ führen sie einen Springtanz auf. Den Takt dazu gibt der „Tod“ mit seiner Trommel vor. Am Ende des Tanzes erweisen alle dem Hausherrn ihre „Referenz“, indem sie sich gleichsam vor ihm zu Boden werfen. So plötzlich wie sie aufgetaucht sind, verschwinden sie wieder.

Vermutlich geht das wilde Treiben auf keltische Rituale zurück, die den Gott der Stürme und der kalten Winterwinde besänftigen sollten. Die Wilde Jagd war lange bei Strafe untersagt. Heute wird dieser Brauch von der Gruppe „Jung Alpenland“ penibel gepflegt.